27. August 2015

Spreewaldsafari .:. Shorts und Hemd

Safari Blouse - DIY (pattern: Burda style 02/2011 #111, fabric: cotton poplin)
Grüne Safaribluse - selbst genäht (Schnitt: Burda style 02/2011 #111, Stoff: Baumwollpopeline)
Shorts - DIY (pattern: Burda style 6897-V)
gekrempelte Shorts - selbst genäht (Schnitt: Burda style 6897-V)
Shoes / Pantolette - Aldo* (on Sale)

Im letzten Blogpost hatte ich ja berichtet, dass wir ein paar Tage in Berlin verbrachten. Da mein Opa nichtmal eine Auto-Stunde von Berlin entfernt wohnt, haben wir ihm natürlich ebenfalls einen Besuch abgestattet und ein paar Tage im Spreewald entspannt. Unter anderem haben wir den Tierpark Cottbus besucht. Ich konnte mich nur noch dunkel an den Tierpark erinnern, da ich ihn zuletzt in meiner Kindheit gesehen hatte. Obwohl ich keine Freundin von gefangen gehaltenen Tieren bin, hat mit der Tierparkbesuch trotzdem gefallen, denn einerseits sind die Gehege für einen Zoo recht groß und die Tiere scheinen sich sehr wohl zu fühlen. Beispielsweise hatten die Wasserbüffel ihren Spaß bei 30° Grad in einem tiefen Wasserbecken zu stehen und die schwitzenden Besucher nasszuspritzen. Andererseits zeigt auch der viele Nachwuchs im Tierpark, dass sich die Tiere offensichtlich wohl fühlen. In diesem Jahr gab es bei den Kattas, den Chinaleoparden, den Baumstachlern, den Erdmännchen und einigen weiteren Arten Nachwuchs. Eigentlich haben wir auch supersüße Tier(baby)bilder gemacht, allerdings muss ich die ein andermal zeigen, da die Speicherkarte zu Hause liegt.
Da es Mitte Juli wirklich heiß war, hatten mein Fotograf und ich eine Abkühlung nötig und wir stiegen kurzerhand in ein kleines, für den Spreewald typisches, Flüsschen, wo diese Bilder entstanden.
Ich sende Euch sonnige Grüße aus Ibiza und hoffe, Euer Wochenende kommt schnell.
Liebe Grüße,
Stef
fotogarfiert von JFN


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24. August 2015

Großstadtsafari .:. Armeegrüner Overall // Pfaff Erfahrungsbericht

Jumpsuit - DIY (pattern: Top: Burda style 10/2010 #103, bottom: Burda easy FS 2014)
Overall - selbst genäht (Schnitt: Oberteil: Burda style 10/2010 #103, Hose: Burda easy FS 2014 #1J)
Bag / Tasche - Rebecca Minkoff*
Sandals / Sandalen - Stradivarius, ähnlich hier*

Bereits im April habe ich hier darüber berichtet, wie sehr mir in diesem Sommer der Safarilook gefällt und ich habe mir bereits eine Safarijacke mit passender Shorts und eine olivgrüne Chino genäht (die khakigrüne Bluse folgt noch). Anfang August kramte ich in meinem Stoffschrank und stieß auf diesen olivgrüne Elastic-Popeline. Geplant war eigntlich, daraus eine Bluse und noch eine weitere Shorts zu nähen, allerdings ging mir auch ein Overall nicht mehr aus dem Kopf. Wiebke zeigte dann beim Me-Made-Mittwoch ihren Overall und ich erinnerte mich wieder an den Schnitt aus der Burda easy. Da mir das blousonartige Oberteil allerdings nicht ganz gefiel, wählte ich das Blusenoberteil des Burda style Schnittes 10/2010 #103. Die Teile habe ich vorher ausgemessen und sie passten am Bund perfekt zusammen.
Ich habe die jeweiligen Teile laut Schnitt gearbeitet und am Oberteil noch einmal 5 cm zugegeben (das brauche ich bei meinen 1,79m einfach). Am Hosenteil war eigentlich noch ein Gürtel gedacht, den habe ich allerdings weggelassen, weil mir der lockere Fall sehr gut gefiel. Ich hätte aber noch genügend Stoff, um mir einen Gürtel zu nähen. Später bin ich übrigens über diesen Burda-Overall-Schnitt gestolpert, der mir auch sehr gut gefällt.
Diese Fotos sind übrigens in Berlin entstanden, wo wir Mitte August ein paar Tage verbrachten. Wir haben ein paar Kunstausstellungen besucht, lecker gegessen und natürlich habe ich auch ein paar Stoffe für Herbst und Winter geshoppt. Den Overall habe ich an unserem Shoppingtag, natürlich mit flachen Sandalen, getragen und er war wirklich super bequem.
Ich habe den gesamten Overall auf einer über 20 Jahre alten Nähmaschine aus der DDR nähen müssen, da meine Pfaff-Maschine Mal wieder zur Reparatur musste.
Da Küstensocke neulich ebenfalls von ihren Schwierigkeiten mit Pfaff berichtet hatte, dachte ich mir, ich schließe mich an und schildere meine leider schlechten Erfahrungen.
Im Juli 2011 habe ich mir eine Pfaff quilt expression 4.0 neu gekauft.
Im Juli 2013 fing die Maschine an, beim Hochfahren (also beim Selbsttest) zu knartzen und das Nahtbild auf dem Stoff sah fürchterlich aus. Also brachte ich meine Pfaff nach nur 2 Jahren zur Reparatur. Die Maschinen werden vom nächstgelegenen Paffladen freitags abgeholt und kommen dann normalerweise am nächsten Freitag repariert zurück. 2013 hatte ich noch Garantie und wurde die Oberfadenspannungs-Kupplung (ich hoffe, das nennt man so) ausgetauscht. Leider war das genau VOR meinem Urlaub und so musste ich knapp 2 Wochen auf meine Nähmaschine warten.
Pfingsten 2015 fing der ganze Zirkus wieder an... Garnschleifen auf der Unterseite des Stoffes, fiese Geräusche beim Selbsttest der Maschine, außerdem knackte die Oberfadenspannung bedenklich bei jedem Heben und Senken der Nadel. 
Also die Nähmaschine wieder eingepackt und abgegeben (diesmal am Mittwoch, 10 Tage später kam sie wieder). Auf dem Reparaturzettel stand, ich solle gefälligst auf den richtigen Einfädelweg achten... Klar, ich nähe seit 4 Jahren auf der Nähmaschine hunderte von Kleidungsstücken und kann nicht richtig einfädeln... Muss ja ein User-Error sein, ne?! Das hat mich mächtig geärgert, denn ich pflege meine Coverlock und meine Nähmaschine, öle sie und nach jedem Nähprojekt werden sie entstaubt/entflust und selbstverständlich habe ich auf den richtigen Einfädelweg geachtet.
Ich hatte das Problem sogar sehr genau auf einem Zettel beschrieben, aber als Arbeiten standen auf der Rechnung nur: Einstellen der Oberfadenspannung, Entsauben, Ölen... ja das hätte ich auch noch selbst gekonnt. Dafür habe ich dann 68€ gezahlt.
Glücklich fuhr ich nach Hause und probierte die Maschine aus: Krachen, Knarren, Quitschen... es hörte sich furchtbar an. Beim Nähen: wieder das gleiche Stichbild: auf der Unterseite blieben die Schlingen (das ist ein Zeichen dafür, dass die Oberfadenspannung zu locker ist).
Ich war wirklich fassungslos, wie man mir meine Maschine kaputter als vorher vom Techniker zurückschicken konnte! 
Also bin ich Ende Juli noch Mal hingegangen, WIEDER genau vor meinem Urlaub, in dem ich natürlich nähen wollte. Diesmal haben sie meine Maschine nicht nur eine Woche, sondern gleich 2 behalten. Ich habe den Techniker angerufen und gesagt, wo das Problem liegt, nun habe ich WIEDER eine neue Oberfadenspannungs-Kupplung eingebaut bekommen.
Ich habe also innerhalb von 2 Jahren 2 Oberfaden-Spannungs-Kupplungen eingebaut bekommen... ich bin gespannt, ob ich in 2 Jahren, genau vor meinem Urlaub wieder hin muss.
Die letzte Reparatur ging immerhin nochmals auf Garantie, allerdings werde ich die 68€ wohl von Pfaff zurückverlangen, denn meine Maschine wurde beim ersten Mal Reparieren in diesem Jahr ja nicht repariert.
Nach inzwischen 5 Wochen habe ich meine Pfaff-Maschine wieder, aber so richtig zufrieden bin ich mit dem Stichbild noch immer nicht. Nun sieht man den Unterfaden auf der Oberseite, was eigentlich auch nicht sein sollte. Ich werde die Maschine noch Mal an verschiedenen Stoffen testen und eventuell nochmals reparieren lassen.
Ich persönlich würde nie wieder eine Pfaff-Nähmaschine kaufen und kann Euch auch nur abraten. Ich habe den Eindruck, dass zwar das Außengehäuse und die Tasten weiterentwickelt werden, das Innenleben aber nicht. Ich empfinde das Preis-Leistungsverhältnis einfach nicht in Ordnung. Welche Hobbyschneiderin kann sich denn alle 4-5 Jahre eine neue Nähmaschine im Wert von 1500€ kaufen, nur weil das Vorgängemodell kaputt geht??? Ich hoffe, Ihr habt bessere Erfahrungen mit Euren Nähmaschinen gemacht!
Nun aber ersteinmal Ärger bei Seite. Ich wünsche Euch einen guten Start in die neue Woche und sende Euch Grüße aus Ibiza (für Urlaubs-Updates und neue Nähprojekte folgt mir auf Instagram oder facebook).
Liebe Grüße,
Stef
fotogarfiert von JFN


*Affiliates

19. August 2015

Ausstellung .:. Karl Lagerfeld. Modemethode

Foto: Jens Utzt, © Studio Condé Nast 2015

Die Bundeskunsthalle Bonn zeigt seit dem 28. März die Ausstellung Karl Lagerfeld. Modemethode, die wir Ende Juli endlich besuchen konnten. Das obige Bild zeigt ein Foto von Lagerfelds Schreibtisch und damit einen kleinen Einblick in die Arbeitsweise des einflussreichsten Modeschöpfers unserer Zeit. 
Erst gestern habe ich in einer Modezeitschrift gelesen, Karl Lagerfeld entwerfe pro Jahr 17 Kollektionen, die bekanntesten davon sind wohl die für Chanel, Fendi und für seine eigene Linie Karl Lagerfeld.
Da ich mich für Mode und Modedesign interessiere, habe ich natürlich inzwischen einiges über Lagerfeld gehört, gelesen, gesehen... daher haben wir die Ausstellung ohne Führung besucht. Da auch mein Freund/Fotograf sehr kunstinteressiert und auch kunstverständig ist, haben wir die ausgestellten Stücke einfach auf uns Wirken lassen.
Den Anfang der Ausstellung macht der berühmte Mantel, für den Lagerfeld 1954 den Preis des Internationalen Wollsekretariats (Woolmark Prize) gewann.
Foto: David Ertl, 2015, © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Ich finde diesen Mantel faszinierend: die Knopfleiste und die Taschen sind klassisch, der Ausschnitt mit Gürtelschnalle muss in den 50er Jahren sehr modern gewirkt haben. Aber auch heute noch wirkt dieser Mantel auf mich (entschuldigt dieses antiquierte Wort) pfiffig. Welch ein Geniestreich den Gürtel aus der Taille einfach in den Ausschnitt zu verlegen?!
Die Auszeichnung für den Mantel war dementsprechend auch Lagerfelds Eintrittskarte in die Modewelt: er bekam eine Stelle bei Balmain. Dies ist übrigens nicht der originale Mantel von 1954, sondern es ist ein nachgeschneidertes Modell von Deborah Milner aus dem Jahr 2015.
Folgt man der Straße des Lagerfeldschen Modelebens weiter (denn als solche ist die Ausstellung gestaltet), springen dem Besucher seine farbenfrohen Entwürfe für Fendi entgegen.
Courtesy Fendi Archives, Fotos: David Ertl, 2015, © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Der Pelzmantel mit gelben Ärmeln und grün-grauen Vorderteilen und der braune Mantel mit cremefarbenen und blauen Quadraten sind meine Favoriten. Hier ist deutlich zu erkennen, was Lagerfeld mit "Fun Fur" (frei übersetzt vielleicht soviel wie "lustiger/spaßiger Pelz") meinte und dies spiegelt auch meine Meinung über Mode wieder: Mode muss Spaß machen (für mich allerdings dann lieber ohne echten Pelz).
Die Ausstellung zeigt neben Lagerfelds Kreationen für Fendi, Chloe und seine eigene Kollektion natürlich auch Stücke, die er für Chanel entworfen hat. Betrachtet man die Kreationen eine Weile wird deutlich, dass Lagerfeld mit jeder neuen Kollektion die Kastenjacke neu interpretiert und dem jeweiligen Zeitgeist anpasst. Dabei bin ich mir gar nicht so sicher, ob Lagerfeld den herrschenden Zeitgeist aufgreift oder ihm mit jeder neuen Kollektion selbst neues Leben einhaucht. Denn immerhin beeinflussen die Lagerfeldschen Kollektionen weitere Modelabels und letzendlich auch die massentauglichen Modeketten (Ich erinnere mich da z.B. an die von Chanel gezeigten Taschen in Milchtüten-Form, die schließlich auch bei Asos (hier und hier) und anderen Modeketten zu kaufen waren).
Chanel Haute Couture, Chanel Collection, Fotos: David Ertl, 2015, © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Am liebsten hätte ich jedes dieser Chanel Haute Couture Stücke angefasst und genau analysiert, wie es genäht wurde. Wie wurde der Schnitt entworfen? Wie ist die Nahtführung? Wie wurden die Bouclé-Stoffe versäubert? Wie wurden die unzähligen Schmucksteinchen, Borten und Spitzen aufgenäht? All diese und noch mehr Fragen schwirrten mir im Kopf.
In jeden einzelnen Stück stecken so viele Details, die man (leider nur mit den Augen) erkunden kann. Wirklich hohe Schneiderkunst!
Der Abschluss und auch sicherlich der Höhepunkt der Ausstellung, ist der letzte Ausstellungsraum... ich möchte ihn Ballsaal nennen. Man betritt den Raum durch einen Bogen aus cremefarbenen Blüten, die die ganze Decke einhüllen, erst auf den zweiten Blick ist zu erkennen, dass es sich um bearbeitete Blätter des von Lagerfeld so geschätzten Gmunder Papiers handeln. Ein magischer Raum voller Chanel Haute Couture.
Chanel Haute Couture, Chanel Collection, Fotos: David Ertl, 2015, © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH

Die Ausstellung zeigt zwar nur einen kleinen Ausschnitt der über 60 Jahre, die Karl Lagerfeld bereits in der Modewelt lebt/arbeitet, gewährt aber eine beeindruckende Einsicht in die Modemethode des Meisters.
Falls Ihr die Gelegenheit habt, empfehle ich Euch diese Ausstellung unbedingt zu besuchen. Ich war beeindruckt, überwältigt und inspiriert zugleich!
So berauscht habe ich mich selbst an meine (kleine und bescheidene) Herbstkollektion gemacht und freue mich schon, Euch meine selbst genähten (teilweise von Lagerfeld inspirierten) Kleidungsstücke zu zeigen.
Ich bedanke mich ganz herzlich bei der Bundeskunsthalle für die Pressefotos.

Die Ausstellung läuft noch bis zum 13. September in der
Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH
Museumsmeile Bonn
Friedrich-Ebert-Allee 4
53113 Bonn
Öffnungszeiten: Di und Mi 10-21 Uhr, Do bis So und feiertags 10-19 Uhr.
Der Eintritt kostet für Erwachsene 10€.
Fotografieren ist in der gesamten Ausstellung nicht erlaubt.
Chanel Knöpfe, Fotos: David Ertl, 2015, © Kunst- und Ausstellungshalle der Bundesrepublik Deutschland GmbH